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Baukosten auf 3 Millionen Euro reduziert: Tourismusausschuss stimmt fĂŒr neues Kurparkhaus als „Kulturhaus Haffkrug"

Sitzung

Von René Kleinschmidt

Haffkrug. In einer Sondersitzung hat der Tourismusausschuss der Gemeinde Scharbeutz im voll besetzten Saal des Haffkruger Kurparkhauses am vergangenen Mittwochabend (7. November) mit 9 zu 2 Stimmen fĂŒr den Neubau des maroden und 60 Jahre alten Hauses gestimmt. Geplant ist ein modernes Kulturhaus fĂŒr BĂŒrger und Touristen.

Als der Tourismusausschuss am 24. Oktober zusammengekommen ist, war sich das Gremium nicht einig. Der Bau war umstritten, weil sich die Kosten seit der ersten SchÀtzung Ende 2015 um 2 Millionen Euro auf 3,6 Millionen Euro erhöht hatten.

In der jĂŒngsten Sitzung wurden jetzt zur Realisierung des Bauvorhabens „Kulturhaus Haffkrug“ zusĂ€tzliche Haushaltsmittel in der leicht reduzierten Höhe von 3 Millionen Euro netto bereitgestellt.

„In der letzten Sitzung hat die Diskussion zwei völlig berechtigte Positionen beherrscht,“ so BĂŒrgermeister Volker Owerien. „Zum einen die berechtigte Forderung der Vereine und VerbĂ€nde, der Dorfschaft, aber auch insgesamt des Tourismusortes Haffkrug dahingehend, dass nach vielen Jahren der Diskussionen und Beratung hier nun endlich ein neues Haus entsteht, das den Vereinen, VerbĂ€nden und der gesamten Dorfschaft eine neue HeimstĂ€tte gibt und gleichzeitig auch ein touristisch attraktiver Veranstaltungsort werden soll. Andererseits besteht aber auch gleichzeitig die Verpflichtung fĂŒr unsere Politik, mit den ihnen zur VerfĂŒgung stehenden Haushaltsmitteln verantwortungsvoll umzugehen und zu hinterfragen, welcher Beitrag angemessen ist, um die berechtigte Forderung nach einem Neubau zu finanzieren.“

Dies zĂ€hle umso mehr, wenn ĂŒber einen nicht gerade unerheblichen Betrag in Höhe von 3,6 Millionen Euro entschieden werden soll, so Owerien.

„Dass die Forderung der Dorfschaft Haffkrug, nunmehr endlich die hier nicht haltbaren ZustĂ€nde einer Nutzung dieses abgĂ€ngigen GebĂ€udes absolut nachzuvollziehen ist, zeigt auch der bisherige Zeitablauf der Planungen. Denn bereits im Februar 2014 hatte der Tourismusausschuss entschieden, fĂŒr dieses Projekt eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Mitgliedern aller Fraktionen, der Verwaltung, des Dorfvorstandes und den Fachplanern – einzurichten, um die weitere Vorgehensweise und eine Entscheidung unter BerĂŒcksichtigung des Raumprogramms beziehungsweise des Raumbedarfs festzulegen,“ berichtet der BĂŒrgermeister.

In 2015 wurde dann der 1. Entwurf des damaligen Architekten vorgelegt, dem abschließend im Tourismusausschuss am 21. Juli 2016 zugestimmt wurde. Zu diesem Zeitpunkt lag eine KostenschĂ€tzung in Höhe von 1,6 Millionen Euro vor, „allerdings auch mit dem Hinweis des Architekten, dass es sich hier nicht um die Endsumme handelt, da zum Beispiel noch weitere Positionen in den Kostengruppen KĂŒche, Brandschutz oder auch Umwelttechnik fehlen.“

In 2016 stand damit eigentlich schon die grundsĂ€tzliche Entscheidung fĂŒr einen Vorentwurf. „Ab da hĂ€tte es eigentlich in die Detailarbeit gehen sollen,“ berichtet Volker Owerien. „Das dann aber mehr als ein Jahr keine Detailarbeiten möglich waren, hat nicht daran gelegen, dass die Politik solange beraten hat oder dieses Projekt gar schieben wollte, sondern hat schlichtweg daran gelegen, dass der damalige Architekt keine KapazitĂ€ten mehr hatte, um die weiteren Leistungsphasen zu erbringen und das Projekt bis zum Ende zu begleiten,“ so Owerien weiter.

Im Mai letzten Jahres ist dann die Entscheidung ĂŒber die Vergabe der Planungsleistungen an ein neues ArchitekturbĂŒro ergangen. „Dies auch mit der Zielsetzung der Einreichung des Bauantrages im 1. Quartal 2018, mit der Einplanung eines ausreichenden Zeitfensters fĂŒr die Genehmigungsphase, um dann im September 2018 mit dem Abbruch zu beginnen und danach dann die Tief- und Hochbauarbeiten umzusetzen, damit eine Fertigstellung in jedem Fall im Jahre 2019 realisiert werden kann,“ erlĂ€utert Owerien.


So soll das neue Kulturhaus in Haffkrug aussehen. (Entwurf: ArchitektenbĂŒro Erxleben/Gemeinde Scharbeutz)

Im FrĂŒhjahr sind die Bauantragsunterlagen erstellt worden, die auch im August bei der Baugenehmigungsbehörde eingereicht wurden. „Wir hĂ€tten also tatsĂ€chlich auch entsprechend der selbst auferlegten Zeitschiene im September/Oktober mit dem Abriss und den weiteren Baumaßnahmen beginnen können. Ein Strich durch die Rechnung hat uns dann aber die dezidierte Kostenberechnung gemacht, die natĂŒrlich erst nach Feststehen aller Detailplanungen vorgenommen werden konnte und somit auch erst Anfang September vorlag,“ berichtet Owerien vor gut 150 Zuhörern im Saal des Kurparkhauses.

Die Arbeitsgruppe hat sich dann insgesamt dreimal im September und Oktober zusammengefunden, um sich mit der Kostenentwicklung zu beschĂ€ftigen und in der Sitzung am 19. September einstimmig dem Kostenumfang und dem Bauzeitenplan mit einer Umsetzung ab November zugestimmt. „Gleichzeitig sollte aber auch noch Kostenreduzierungspotenzial aufgezeigt werden. All das mĂŒndete dann in der Sitzung des Tourismusausschusses am 24. Oktober,“ so BĂŒrgermeister Owerien.

Die Zeit seit der letzten Sitzung wurde fĂŒr intensive GesprĂ€che der Fraktionen untereinander genutzt und abschließend hat BĂŒrgermeister Volker Owerien dann am Vorabend der jĂŒngsten Sitzung zu einer vorbereitenden Sitzung eingeladen, damit man einen möglichst tragfĂ€higen Kompromiss darlegen kann.

Die GrĂ¶ĂŸe des geplanten Hauses ist von zwei Faktoren abhĂ€ngig, wie BĂŒrgermeister Owerien erklĂ€rte: „Wir brauchen einen Saal, der fĂŒr Veranstaltungen grĂ¶ĂŸerer Art fĂŒr mindestens 200 Personen ausgelegt ist.“

Die zweite maßgebliche Einrichtung, die die GrĂ¶ĂŸe dieses Hauses bestimmt, sei die Gastronomie. „Auch im Hinblick auf die Nutzung des Saales fĂŒr Hochzeiten, JubilĂ€en oder Geburtstagen bedarf es meiner Meinung nach einer Gastronomie, mit entsprechender GrĂ¶ĂŸe. Und genau so wichtig ist es, dass wir touristisch im Hochsommer unseren GĂ€sten eine weitere LokalitĂ€t anbieten können, die aus meiner Sicht dringend erforderlich ist,“ so Owerien.

Ohne die QualitĂ€t oder Nutzungsmöglichkeiten des Hauses einzuschrĂ€nken, könnte man auf die KĂŒcheneinrichtung und kleinere Detailpunkte in der Gestaltung des Außenbereiches verzichten. Es bestehe sehr wohl die Möglichkeit, dass im Rahmen der Ausschreibung und der Suche nach einem Betreiber auch jemand seine eigene KĂŒcheneinrichtung oder die entsprechende Bestuhlung fĂŒr den Gastrobereich mitbringen möchte. Vielleicht sei es dann möglich oder auch notwendig, dem PĂ€chter fĂŒr die Anfangsphase bei der Pacht entgegen zu kommen.

Dies unterstellt könnte man die Leistungsverzeichnisse fĂŒr die Ausschreibung dahingehend Ă€ndern und man kĂ€me dann auf eine Gesamtsumme von rund 3,27 Millionen Euro. „Im Ergebnis haben wir uns dann mehrheitlich auf ein Kompromiss und eine Grenze fĂŒr die Ausschreibung in Höhe von 3 Millionen EUR geeinigt,“ so Owerien.

Mit neun Ja-Stimmen und zwei Nein-Stimmen (WUB) wurde dann folgendem Beschluss zugestimmt:

„1. Der Tourismusausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung, zur Realisierung des Bauvorhabens ,Kulturhaus Haffkrug’ einen Gesamtbetrag in Höhe von 3 Millionen Euro netto im Wirtschaftsplan 2019 bereitzustellen.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Förderung des Kulturhauses Haffkrug zu beantragen.“

Dorfvorsteher Helmut Kurth bedankte sich bei den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern fĂŒr ihr zahlreiches Erscheinen und bei den Ausschussmitgliedern fĂŒr die Zustimmung. Nach ersten SchĂ€tzungen könnte das marode Kurparkhaus spĂ€testens im Januar 2019 abgerissen werden. „Das neue Kulturhaus, das sturmsicher positioniert werden muss und deshalb ein Meter höher stehen wird als das alte Kurparkhaus, könnte 2019 stehen,“ zeigt sich BĂŒrgermeister Owerien zuversichtlich. R.K.

Zum Foto ganz oben (zum VergrĂ¶ĂŸern bitte anklicken!): Der Tourismusausschuss hat in der vergangenen Woche im voll besetzten Saal des Kurparkhauses fĂŒr den Bau des neuen GebĂ€udes gestimmt. (Foto: RenĂ© Kleinschmidt)

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Nachricht vom 14.11.18 11:30

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