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Bürgermeister Volker Owerien informierte vor Ort: Die Bauarbeiten fürs „Haffhus“ in Haffkrug schreiten voran

Volker Owerien

Von René Kleinschmidt

Haffkrug. Auf der Baustelle im Haffwiesenpark in Haffkrug geht es sichtlich voran: Eine 25 Tonnen schwere Kettenfräse ist auf dem 1.500 Quadratmeter großen Grundstück zum Einsatz gekommen. Um dort, wo bis Mitte Juni das alte und marode Kurparkhaus stand, bauen zu können, muss nicht nur das Grundwasser abgesenkt, sondern mehr als zwei Meter Torf ausgehoben werden.

„Bekanntermaßen hat in unserer Region jeder Bauherr mit den geodynamischen Gegebenheiten seine Schwierigkeiten,“ erklärt Bürgermeister Volker Owerien auf der Baustelle. „Im küstennahen Bereich bauen wir immer in Bereichen mit hohem Grundwasserspiegel und vor allem in Bereichen, die sehr torfhaltig sind.“

Nach Einbindung eines spezialisierten Bodengutachters hat dieser schließlich empfohlen, mithilfe einer geschlossenen Wasserhaltung die Baugrube trocken zu halten und den Bodenaustausch zu ermöglichen. Und deshalb ist jetzt das 25 Tonnen schwere Spezialgerät zum Einsatz gekommen: Mit Hilfe eines großes Schwertes wird mit der Kettenfräse ein schmaler Graben gefräst, in den direkt das auf einer Rolle am Gerät befindliche Drainagerohr eingelegt wird. Dieselbe Maschine verkiest über einen Trichter den Graben. „Es erfolgen damit gleich drei Arbeitsschritte in einem,“ so Owerien, der auch die Vorteile der Technik nannte: „Vorteile sind eine schnelle Herstellung auch großer Flächen und kaum oberirdische Behinderungen im Baubereich. Es ist zudem das kostengünstigste Verfahren und eine sehr lokale Absenkung durch horizontalen Einbau und geringe Reichweite. Dadurch werden auch benachbarte Bauwerke und die Umwelt geschützt.“


Vergangene Woche kam schweres Gerät auf der Baustelle am Haffwiesen-Park zum Einsatz. (Foto: René Kleinschmidt)

Das Einfräsen der Drainage in 3,5 Meter Tiefe dauert nur zwei bis drei Tage. Nach dem Einfräsen wird eine schallgedämpfte, selbstansaugende Kolbenpumpe betrieben, um die Absenkung des Grundwassers zu gewährleisten. Dafür benötigte Genehmigungen durch den Kreis für die Grundwasserabsenkung sowie zur Einleitung des Grundwassers in das Regenrückhaltebecken liegen natürlich vor, wie der Bürgermeister betont. „Auch die Grundwasseranalysen liegen vor und sind unbelastet,“ so Owerien. „Grundsätzlich wird diese Form der geschlossenen Wasserhaltung nur als bauzeitige Wasserhaltung betrieben, allerdings planen wir hier eine Grundwasserspiegelhaltung.“

Grundwasserspiegelhaltung bedeutet, dass die jahreszeitenabhängigen Grundwasserspitzen abgefangen werden. Owerien weiter: „Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Pumpe kann Firma Grabowski mit dem kontrolliert verdichteten Bodenaustausch beginnen. „Derzeit sind drei Wochen für den Bodenaustausch avisiert und direkt im Anschluss beginnen die Rohbauarbeiten, die durch die Firma Denker & Carstensen ausgeführt werden,“ so Bürgermeister Volker Owerien.

Die Rohbauarbeiten dauern dann bis zum Spätherbst 2019. „Die weiteren Gewerke werden parallel national öffentlich ausgeschrieben.“

Der Bauzeitenplan sieht in Abhängigkeit von Witterung, Submissionsergebnissen, und so weiter eine Fertigstellung des Gebäudes bis Ende des zweiten Quartals 2020 vor, wie Owerien berichtet.


So soll das neue „Kulturhaus“ in Haffkrug bei Fertigstellung aussehen, hier die Südansicht. (Skizze: Gemeinde Scharbeutz)

Das „Kulturelle Haffhus“ soll dann ganzjährig allen Vereinen und Verbänden die erforderlichen Räumlichkeiten bieten - und das Ganze in drei multifunktionalen Räumen, die durch mobile Trennwände einzeln oder auch zusammen nutzbar sind - bis hin zum großen Saal und bis zu einer Größe von 225 Personen. 116 Plätze sollen im Außenbereich auf der 580 großen Terrasse vor dem neuen Bistro- und Barbereich entstehen.

Insgesamt investiert die Gemeinde Scharbeutz in das 900 Quadratmeter große Gebäude 3 Millionen Euro. 750.000 Euro konnte man als Höchstförderung aus GAK-Mitteln abrufen.

Nach der ersten Präsentation von Plänen für das neue „Kurparkhaus“ im Jahre 2015, verzögerte sich das Bauvorhaben immer wieder. Nachdem der erste Architekt das Projekt wieder auf Eis gelegt hat, folgten Diskussionen über deutlich höhere Kosten für das neue „Haffhus“ und es gab erneut Verzögerungen. Im Dezember 2018 konnte der Tourismusausschuss dann schließlich den entscheidenden Beschluss zum Bau fassen (TiNi24.de berichtete).

Jetzt sieht man deutlich einen Baufortschritt und die Haffkruger sehnen der Eröffnung Mitte 2020 herbei. R.K.

Zum Foto ganz oben (zum Vergrößern bitte anklicken!): Bürgermeister Volker Owerien informierte die Presse vom aktuellen Baufortschritt auf der Baustelle des neuen „Haffhus“ in Haffkrug. Im Hintergrund das Spezialgerät, das kurzzeitig zum Einsatz gekommen ist: Eine 25 Tonnen schwere Kettenfräse. (Foto: René Kleinschmidt)

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Nachricht vom 13.8.19 18:45

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(c) INSIDE GROUP 2011 | Timmendorfer Strand - Niendorf | Letzte Aktualisierung: Sonntag, 15. Dezember 2019

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