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Eishockey: Timmendorfer Beach-Boys verlieren in Kassel - Huskies noch eine Nummer zu groß

EHCT 06

Timmendorfer Strand. Ohne Punkte, aber mit vielen gewonnen Sympathien kehrte die Beach Boys am frühen Montagmorgen vom Abenteuer Kassel zurück. Besonders am Sonntagabend verkaufte sich das Team von Trainer Andris Bartkevics teuer. Im Gegensatz zur höchsten Niederlage der Vereinsgeschichte am Freitag zeigten sich die Strandjungs bissig und von Beginn an hellwach.

Eine frühe Strafe von Raubein Jeff Maronese sorgte für das erste Unterzahlspiel, das die heimischen Schlittenhunde sofort eiskalt ausnutzten: Ex-Nationalspieler Manuel Klinge sorgte für das frühe 1:0. Doch im Gegensatz zu Freitag ließen sich die Beach Boys davon nicht aus dem Konzept bringen und spielten selber munter nach vorne. Ein Tor wollte aber noch nicht gelingen. In der zwölften Spielminute war es dann wiederum der überragende Klinge, der auch das zweite Powerplay der Huskies prompt zum 2:0 verwertete. Das dritte Unterzahlspiel der Partie überstanden die Strandjungs dann zwar schadlos, doch nur wenige Sekunden später erhöhte Petr Sikora auf 3:0 für die Gastgeber. Die gut 200 mitgereisten Fans der Beach Boys ließ dies aber nicht verstummen und sie feierten weiter ihre Mannschaft und auch sich selbst.

Während die routinierten Huskies auch im zweiten Drittel ihre Chancen konsequent nutzten und durch zwei platzierte Schüsse von Alexander Engel und DEL-Veteran Stéphane Robitaille auf 5:0 davon zogen, vergaben die Beach Boys mehrfach in aussichtsreicher Position. Im letzten Spielabschnitt wendete sich dann das Blatt, denn in der 44. Minute schloss Kenneth Schnabel einen mustergültig ausgespielten Konter zum 5:1 ab und sorgte für riesigen Jubel im Gästeblock. Leider erzielte Manuel Klinge direkt im Anschluss mit seine dritten Treffer des Abends das 6:1 und sorgte damit endgültig für die Entscheidung zugunsten der Nordhessen. War das Unterzahlspiel in den ersten beiden Dritteln noch die Schwäche des EHCT gegen die technisch starken Schlittenhunde, zeigte Patrick Saggau in der 46. Spielminute, dass es auch anders gehen kann: Der Flügelflitzer übernahm den Puck von Marcus Klupp, tankte sich auf der linken Seite durch und verwandelte mustergültig exakt in den Winkel zum 6:2-Endstand. Nach Spielende erhielten die Beach Boys dann den verdienten Lohn für die sehr couragierte Leistung und wurden von beiden Fanlagern beklatscht. Nach der Welle mit den mitgereisten Schlachtenbummlern wurden sie auch noch von den treuen Huskies Fans auf der berühmten Stehtribüne „Heuboden“ gefeiert. Über 4.600 Zuschauer hatten ein sehr unterhaltsames Eishockeyspiel gesehen und bedankten sich dafür bei den Gästen von der Ostsee. Auch EHCT-Coach Andris Bartkevics schwärmte anschließend von der tollen Stimmung in der Eishalle, für die er sich nach Spielende direkt vom Eis aus bei den Zuschauern bedankt hatte. Doch mit dem Spielverlauf war der Lette nicht zufrieden: „Das Ergebnis geht zwar in Ordnung, aber mit unserem Unterzahlspiel bin ich natürlich nicht zufrieden. Wir hatten uns insgeheim etwas mehr ausgerechnet.“

Am Freitagabend feierte die rund die 1.500 Zuschauer (Vereinsrekord) im ETC eine rauschende Eishockeyparty, bei der das Ergebnis schnell in den Hintergrund rückte. Die nach dem Null-Punkte-Wochenende zum Auftakt mit dem Rücken zur Wand stehenden Huskies gaben ab der ersten Minute Vollgas und zeigten, wie groß der Niveauunterschied zwischen den Oberligen doch ist. Nach nicht einmal fünf Minuten stand es aus Sicht des EHCT schon 0:3 und das Spiel war praktisch gelaufen. Bis zur ersten Drittelpause erhöhten die Hessen sogar auf 0:5. Und auch im zweiten Abschnitt wollte sich keine Besserung einstellen, das umjubelte Tor durch Jeff Maronese war nur Ergebniskosmetik, denn nach 40 Minuten hieß es 1:10. Im letzten Drittel gestaltete sich die Partie dann etwas ausgeglichener, denn Marcus Klupp und Eddy Rinke trafen jeweils im Powerplay, doch da Kassel auch noch zu drei Treffern kam, stand es am Ende 3:13. Während die Strandjungs das Eis mit hängenden Köpfen verließen, feierten beide Fanlager gemeinsam bis tief in die Nacht. Andris Bartkevics gab auf der Pressekonferenz zu, dass er erst einmal etwas Zeit brauchen wird, um das Ergebnis richtig zu verarbeiten. „Meine Mannschaft ist Spiele auf diesem Niveau nicht gewohnt und der Druck nach dem frühen Rückstand war einfach zu groß“, musste der Trainer feststellen.

Am kommenden Wochenende stehen die letzten beiden Spiele in der Zwischenrunde an und rein rechnerisch ist noch alles möglich für die Beach Boys. Am Freitagabend gastiert der Ostmeister Halle im ETC (20 Uhr) und am Sonntag geht es dann zu den Füchsen aus Duisburg (18:30 Uhr). (KS)

Nachricht vom 5.3.12 09:50

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